Fabrizio De André
Literarisch-musikalischer Abend
20. Februar 2026, 20 Uhr, Stadtblibliothek Bielefeld
Mit Dr. Alessandro Bellardita, Faber Sanna & Friends
In Kooperation mit der DIG Detmold und der Stadtbibliothek Bielefeld
Der Abend ist als eine Hommage an einen der einflussreichsten und bekanntesten Liedermacher Italiens konzipiert: Fabrizio De André (1940-1999). Seine Musik, seine unverwechselbare Stimme, seine Lieder mit Texten hohen literarischen Niveaus über Freiheit, Frieden, Liebe, Gerechtigkeit und Widerstand haben ganze Generationen geprägt und inspirieren bis heute, sie sind fester Bestandteil der italienischen Kultur.
Durch den Abend führt ein ausgewiesener Kenner des Lebens und der tiefen und facettenreichen Gedankenwelt des Liedermachers: Dr. Alessandro Bellardita. Er ist Richter, Hochschuldozent, Schriftsteller und Autor einer Biografie über Fabrizio De André („Die Essenz der Freiheit“).
Das sehr erfolgreiche Ensemble Faber Sanna & Friends – gegründet 2022 vom sardischen Gitarristen und Sänger Fabrizio Sanna – wird De Andrés Lieder auf der Bühne der Stadtbibliothek zum Leben erwecken. Eine musikalische Reise, die das Werk und die Wirkung des italienischen Cantautore würdigt. Die eindrucksvolle Stimme von Faber Sanna, begleitet von Gitarren und anderen Instrumenten seines Trios, interpretiert die berühmtesten Lieder mit erstaunlicher Authentizität und Leidenschaft.
Eintritt: € 12 für Nichtmitglieder, € 6 für DIG-Mitglieder

© Archive.org
Lesemarathon
Grazia Deledda
Eine Hommage an die sardische Schriftstellerin 100 Jahre nach ihrem Nobelpreis für Literatur
6. März 2026, 20 Uhr, Stadtbibliothek Bielefeld

Lesung mit Bielefelder Persönlichkeiten
Eine Initiative der VDIG
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bielefeld
Unter der Schirmherrschaft der Italienischen Botschaft
Moderation: Dr. Maddalena Agliati Werner
Im Fokus des neunten Lesemarathons der DIG Bielefeld am 6. März 2026 steht die sardische Schriftstellerin Grazia Deledda: Das 100. Jubiläum der Verleihung des Literaturnobelpreises an sie ist ein guter Anlass, sich der Autorin und der sardischen Lebenswelt zu nähern und sie (wieder) zu entdecken. Die Moderatorin wird in ihr Leben und Werk einführen und es werden Abschnitte vor allem aus ihrem bekanntesten Roman „Schilf im Wind – Canne al vento“ vorgelesen.
Eintritt frei!
© Foto: J. Adam
Die italienische Resistenza (1943–1945)
Gesichter und Geschichten von Widerstandskämpfern aus Süditalien
Vortrag von Prof. Dr. Vito Gironda
Mittwoch, 22. April 2026, 19 Uhr, Murnausaal der VHS Bielefeld
Die Resistenza gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung (September 1943–April 1945) bildet die eigentliche Legitimationsgrundlage der italienischen Republik. Der Vortrag beleuchtet den Beitrag der Süditaliener im Rahmen der vielschichtigen antifaschistischen Gruppierungen.

(c) Creative Commons
Die italienische Philosophie und der Faschismus
Vortrag von Prof. Dr. Wilhelm Büttenmeyer
Mittwoch, 6. Mai 2026, 19 Uhr, Murnausaal der VHS Bielefeld

Von Philosophen erwartet man ein besonderes moralisches Bewusstsein. Der Frage, ob die italienischen Philosophen diesem Anspruch im „Ventennio“ gerecht geworden sind, soll in der Weise nachgegangen werden, dass zunächst die Rolle von Benedetto Croce und Giovanni Gentile untersucht wird, die als die bedeutendsten italienischen Philosophen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten. Es muss dann auf die z.T. weniger bekannten Philosophen eingegangen werden, die sich dem Faschismus nicht anbequemten. Und gab es eine Philosophie des Faschismus?
(c) Wikipepia.org
Bisherige Vorträge und Veranstaltungen 2025/26
Die Erfindung der Oper
Das schönste Missverständnis der Musikgeschichte
Vortrag von Dr. Bettina Gößling
Mittwoch, 8. Oktober 2025, 19 Uhr, Murnausaal der VHS Bielefeld

Wo ist die Musik entstanden, die uns in der Oper so fasziniert – der Gesang des einzelnen Menschen, der uns an seinem Schicksal teilhaben lässt und zutiefst bewegt? In Florenz am Ende des 16. Jahrhunderts: Dort wollte man eine Musik erschaffen, um die Dramen der Griechen und Römer wieder zum Leben zu erwecken. Dabei entstand etwas ganz Neuartiges und Wunderschönes, das im Laufe des Vortrages mit vielen Hörbeispielen erläutert wird.
Mailand, Scala, (c) wikipedia.org
Das rätselhafte Verschwinden des Ettore Majorana
Vortrag von Dr. Pietro Scanzano
5. November 2025, 19 Uhr, Murnau-Saal der VHS Bielefeld

Der geniale italienische Physiker Ettore Majorana verschwand 1938 mit 31 Jahren unter Umständen, die bis heute nicht geklärt wurden. Seitdem hat es zahlreiche Versuche gegeben, die Fakten verlässlich zu rekonstruieren. Es sind aber auch allerlei Spekulationen über die Gründe formuliert worden. Selbstmord oder neues Leben woanders? Und warum?
Des Falles hat sich unter anderem der Schriftsteller Leonardo Sciascia angenommen, in seinem auch in Deutschland bekannten Buch Das Verschwinden des Ettore Majorana.
© Dr. P. Scanzano
Foto: © wikipedia.org
Es war einmal Deutschland – Gelobtes Land
Vortrag von Nello Simeone
Mittwoch, 3. Dezember 2025, 19 Uhr, Murnausaal der VHS Bielefeld
„Es ist das Jahr 1965. Zu der Zeit bin ich gerade 18 Jahre alt. Ich bin einer von ihnen, den Gastarbeitern. Es sind nahezu Millionen von Menschen, die ihre Familien verlassen um nach Deutschland zu gehen, dort eine Arbeit suchen, eine neue Zukunft, Wohlstand für ihre Familie. Für mich war von alledem nichts ausschlaggebend. Mein Ziel war es, der Enge der Familie zu entkommen, der Strenge der Eltern, den Gesetzen und Sitten, der Sturheit der italienischen Mentalität zu entfliehen. Ich wollte frei sein. Andere Kulturen entdecken, ihre Denkweisen kennenlernen. Dafür war ich bereit, einen hohen Preis zu zahlen…“
Nello Simeone – geboren 1946 in der Nähe der geschichtsträchtigen Abtei Monte Cassino – erzählt in seinem bewegenden, autobiographischen Roman „Es war einmal Deutschland“ von seinen Erwartungen und Sehnsüchten, von seinem Leben im ‚gelobten Land‘.

(c) Sparkys Edidtion
Carlo Carrà
Divisionist, Futurist, metaphysischer Maler, Realist des Novecento
Vortrag von Dr. Frank Duwe
Mittwoch, 14. Januar 2026, 19 Uhr, Murnausaal der VHS Bielefeld

Die erste direkte Begegnung mit der Avantgardekunst seiner Zeit (Impressionismus, Postimpressionismus) erfährt der Piemontese Carlo Carrà (geb. 1881) um 1900 in Paris neben seiner Arbeit als Wanddekorateur und Stuckateur bei der Weltausstellung und in einigen Privatvillen. Einem Aufenthalt in London, bei dem er Werke von Constable und Turner sieht, folgt die Rückkehr nach Mailand. Ab 1904-05 widmet er sich intensiv der Malerei, besuchte die Kunstgewerbeschule im Castello Sforzesco und anschließend die Academia di Brera. Sein Stil, zunächst vom lombardischen Naturalismus beeinflusst, wendet sich zunehmend der divisionistischen Farbenlehre zu. 1909-10 macht er die Bekanntschaft der Futuristen und schließt sich ihrer Gruppe an, in der er zu einem führenden Mitglied wird. In dieser Zeit bleibt sein Werk für Stileinflüsse des analytischen und synthetischen Kubismus offen. Während des ersten Weltkriegs lernt Carrà 1917 im Militärlazarett von Ferrara Giorgio de Chirico kennen, mit dem zusammen er die Pittura Metafisica entwickelt. Die futuristische und anfangs kriegsverherrlichende Euphorie führt bei ihm zu einer Abkehr. In der Pittura Metafisica sieht Carrà die erneuerten Grundlagen der Kunst: das Geheimnis der Dinge in deren alltäglichen Erscheinung und innere Anschauung sind der neue Fokus. Nach dem Krieg vollzieht Carrà nochmals eine Wende hin zur Realistik und den klassischen Wurzeln der Kunst. Figurative Formen, auf das Essentielle reduziert, alltägliche, aber auch historische Sujets und klassizistische Adaptionen finden Eingang in ein verdichtetes Werk mit Stilmomenten aus früheren Werkphasen. Von einem magischen Realismus führt Carràs Weg schließlich zu einem mythischen und lyrischen Realismus. Carrà stirbt 1966 in Mailand.
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